Palliativzentrum: Online-Veranstaltung zu den Erfahrungen von An- und Zugehörigen, die einen Menschen verloren haben – das EMBRACE-ME-Projekt
Verlust und Ohnmacht durch die Pandemie:
Online-Veranstaltung zu den Erfahrungen von An- und Zugehörigen, die einen
Menschen verloren haben – das EMBRACE-ME-Projekt
Forschende der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) und der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) präsentieren die Ergebnisse ihres Forschungsprojekts EMBRACE-ME, das im Rahmen des COVID-19- Forschungsnetzwerks Niedersachsen (COFONI) durchgeführt wurde. Das Projekt untersucht die Folgen der SARS-CoV-2-Pandemie auf An- und Zugehörige von Verstorbenen und die langfristigen Folgen für die Menschen und die Gesellschaft.
In Interviews, in denen es Raum für Erzählungen gab, haben die Forschenden An- und Zugehörige dazu
befragt, wie sie Begleitung, Beisetzung und Unterstützungsmöglichkeiten erlebt haben. Zusätzlich wurde
eine Fragebogenerhebung zum Belastungserleben durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass der Verlust
eines geliebten Menschen während der Pandemie bis heute viele Menschen tiefgreifend betroffen macht. Viele Teilnehmende berichten auch Jahre später von anhaltenden Gefühlen der Belastung. Wie
einnehmend die Erfahrungen während der Pandemie waren, wird auch an dem großen Interesse an der
Studie deutlich: Viele der Befragten hatten ein großes Bedürfnis, über ihre Erfahrungen zu sprechen.
Eine hohe Emotionalität und Ohnmachtsgefühle, die in den Interviews ausgedrückt wurden, zeigen, wie aktuell das Thema Pandemie und Verlusterfahrungen immer noch ist.
In einer öffentlichen Online-Veranstaltung am 03.06.2026 von 18:30 – 20:00 Uhr (https://uni-goettingen.zoom-x.de/j/63747293432?pwd=G9bC8388hVanzMWtSqYYDQ1HnFRSaP.1)
stellen die Forschenden ihre Ergebnisse vor und laden dazu ein, über die Probleme im Gesundheitssystem, die durch die Pandemie verstärkt wurden, zu diskutieren. Im Anschluss werden Empfehlungen vorgestellt, die sich aus den Erfahrungen der An- und Zugehörigen ableiten lassen. Zentrale Fragen sind:
– Wie können wir in Zukunft eine umfassende Begleitung von schwerkranken und sterbenden
Menschen und ihren An- und Zugehörigen auch in Krisenzeiten sicherstellen?
– Was kann einen würdevollen Abschied erleichtern?
– Wie sollten wir heute in der Gesellschaft mit Verlust umgehen?
In einer Zeit, in der Umarmungen oft nicht möglich waren, wurde das Bedürfnis nach einer sensiblen und
kompetenten Kommunikation und psychosozialen Unterstützungsmöglichkeiten im Gesundheitssystem
besonders deutlich. Die öffentliche Online-Veranstaltung diskutiert, was dazu beitragen kann, diesem
Bedürfnis in Zukunft zu entsprechen.
Gefördert durch das COVID-19-Forschungsnetzwerk Niedersachsen
(COFONI) mit Mitteln des Niedersächsischen Ministeriums für
Wissenschaft und Kultur (14-76403-184).

