Seelsorge als Teil der Palliativ Care

Menschen in der letzten Lebensphase aufzufangen und ihre Lebensqualität mit medizinischen, pflegerischen, psychologischen, sozialen und spirituellen Hilfsangeboten zu verbessern, ist eine zentrale Aufgabe einer sorgenden Gemeinschaft. (Caring Community). Dazu gehört auch die „Sorge für die Seele“, die seelische Unterstützung der von einer lebensbedrohlichen Erkrankung Betroffenen, um Belastungen zu vermindern.  Spiritueller Beistand kann helfen, psychisches Leid zu lindern.

Jeder Mensch ist ein spirituelles Wesen ist und gerade im Zusammenhang einer lebensverkürzenden Krankheit können existentielle Fragen, wie die Frage nach dem Sinn des Lebens, Leidens und Sterbens, nach Transzendenz u.v.m. an Bedeutsamkeit gewinnen. Deshalb ist Spiritual Care ein wesentliches Element der palliativen Versorgung. Spiritual Care ist grundsätzlich Aufgabe des gesamten multiprofessionellen Behandlungsteams. Speziell für die Seelsorge im palliativen und hospizlichen Kontext gibt es ausgebildete haupt- und ehrenamtliche Begleitende.

Seelsorge gehört zu den Kernaufgaben und den Kernkompetenzen der christlichen Kirche. Die Zuwendung zu Menschen in Not steht im Zentrum des christlichen Glaubens.

Damit Menschen in Krisen und Grenzsituationen seelische Unterstützung erfahren, entsendet die Kirche speziell weitergebildete Beauftragte, um professionell spirituellen Beistand zu leisten.

Mein Name ist Dr. Inke Wegener, ich bin seit 2023 hauptamtlich als Pastorin vom Diakonischen Werk der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers mit der Seelsorge und Vernetzung im ambulanten Palliativ- und Hospizbereich im Kirchenkreis Göttingen/Hann. Münden (d.h. in Göttingen, Hann Münden und Umgebung) beauftragt.

Mit dem seelsorgerlichen Angebot richte ich mich an alle Menschen, die in ihrer Lebenssituation ein Gespräch suchen, unabhängig von ihrer Weltanschauung und einer konfessionellen oder religiösen Bindung. Das seelsorgerliche Angebot ist an keinerlei Bedingung oder Voraussetzung geknüpft und ergebnisoffen.

Ihnen zuzuhören, sie mit Empathie zu begleiten und ihre Freude und ihre Nöte mitzutragen, ist mir wichtig.

Die Diagnose einer lebensverkürzenden Erkrankung bringt für die Betroffenen oft nicht nur eine starke körperliche, sondern auch seelische und emotionale Verunsicherung und Belastung mit sich. Ängste, Sorgen und Wünsche können damit verbunden sein.

Auch existentielle Fragen, die Auseinandersetzung mit der Endlichkeit, die Suche nach Sinn und innerem Frieden, Fragen des Glaubens, nach dem Warum und nach Gott, nach der Gestaltung des Abschieds u.v.m. können in diesem Zusammenhang bedeutsam werden.

Als Seelsorgerin nehme ich mir Zeit und bin für Menschen in dieser besonderen Situation da, höre zu, rede und schweige, wie es gerade guttut und gewünscht wird. Für all das, „was auf der Seele liegt“, möchte ich im Gespräch Raum geben. Denn mein Gegenüber und seine/ihre Bedürfnisse stehen im Mittelpunkt der Seelsorge.

Der Mensch mit seiner einzigartigen Biografie, auch mit Grenzen und Brüchen, ist im Zentrum. Ihn mit seinen Gefühlen und individuellen Bedürfnissen wertschätzend wahrzunehmen, sich in seine Situation einzufühlen, ist mein seelsorgerlicher Anspruch.

Seine Selbstbestimmung und seine Würde zu achten und sein Empfinden von Würde zu stärken, stehen dabei für mich im Vordergrund. 

Denn meine Grundlage für die seelsorgerliche Begleitung ist das christliche Menschenbild, wonach jedes Geschöpf bedingungslos von Gott geliebt und mit einer unverlierbaren Würde ausgestattet ist. Nach christlichem Verständnis endet die liebende Beziehung Gottes zum Menschen nicht mit dem Tod, sondern geht über den Tod hinaus. Der Glaube kann eine sinnstiftende und tröstende Kraft und Quelle psychischer Entlastung sein. 

Auch die Vernetzung ist meine Aufgabe, d.h. ich vermittele bei Bedarf Kontakte zu einem Seelsorger/einer Seelsorgerin der gewünschten Gemeinde, Konfession oder Religion.

Die seelsorgerliche Begleitung ist ein Unterstützungsangebot, das angenommen werden kann, aber nicht muss.  Die Anzahl der Gespräche ist nicht begrenzt und wird individuell nach den Wünschen des Patienten abgestimmt.

Gern berate ich auch hinsichtlich der Gestaltung des Abschieds und der Trauerfeier.

Mit dem seelsorgerlichen Angebot richte ich mich auch an An- und Zugehörige sowie Mitarbeitende im palliativen Kontext.

Als Pastorin stehe ich unter Schweigepflicht. Alles, was mir anvertraut wird, bleibt bei mir.

Das Studium der Theologie mit seelsorgerlichem Schwerpunkt, eine mehrjährige Zusatzqualifikation als personenzentrierte Seelsorgerin, in der Altenseelsorge und der Seelsorge in der letzten Lebensphase, in der Gehörlosenseelsorge und eine über 20jährige Erfahrung in der Begleitung von Menschen in besonderen Lebensabschnitten, in Krisen und Übergängen, im Sterben und in der Trauer ist die Basis meiner seelsorgerlichen Tätigkeit.

Ein Stück des Weges mit Menschen in der letzten Lebensphase zu gehen und unterstützend an Ihrer Seite zu sein, ist mir ein Herzensanliegen. In der psychischen Erschütterung, zu der die Grenzsituation am Lebensende führen kann, möchte ich durch mein Dasein und Dableiben Halt bieten.

Dabei können Rituale hilfreich sein und Struktur und Trost spenden. So können z.B. auch ein gemeinsames Gebet, die Feier des Abendmahls, die Beichte, die Segnung oder eine Salbung stärkend sein, allerdings nur, wenn sie von der betreffenden Person gewünscht werden. Eine Aussegnung des/der Verstorbenen ist auf Wunsch möglich.

Gerade am Lebensende kann auch ein Zweifeln und Hadern mit Gott zusätzlich psychisch belastend empfunden werden. Hier zur Seite zu stehen und offene Fragen mit auszuhalten, ist mir wichtig. 

Hermann Hesse hat einmal gesagt: „Es wird gleich ein wenig anders, wenn man es ausspricht.“ 

So habe ich es erlebt, wie erleichternd, wohltuend und befreiend es für mein Gegenüber sein kann, offen zu reden und verstanden zu werden.

Es kann auch etwas thematisiert werden, was vielleicht mit Nahestehenden schwieriger anzusprechen ist. Psychische Belastungen können so gemindert werden. Manchmal gelingt es auch, Kraftressourcen zu entdecken und zu aktivieren. Im besten Fall gelingt es, dass Versöhnung mit dem bruchstückhaft Gebliebenen möglich und innerer Frieden gefunden wird.

Meine Aufgabe als Seelsorgerin sehe ich in enger Kooperation mit dem multiprofessionellen Behandlungsteam. Für Menschen mit lebenslimitierenden Erkrankungen und ihre Angehörigen stehe ich als Seelsorgerin zur Verfügung und bin erreichbar unter

Mobil: 015168423745

Email: Inke.Wegener@evlka.de

Pastorin Dr. Inke Wegener

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