6. Netzwerktreffen: Austausch, Vernetzung und neue Verbindungen bei der Zukunftswerkstatt

Beim 6. Netzwerktreffen des Hospiz- und Palliativnetzwerks „Caring Community Region Göttingen“ am 7.10.2026 stand dieses Mal weniger der klassische Fachvortrag als vielmehr der direkte Austausch im Mittelpunkt.

Auch neue Gesichter waren dabei: Wir begrüßten Frau Garber aus der hausärztlichen Versorgung als neue Netzwerkpartnerin und stellen in Abwesenheit auch die weiteren Kooperationspartner*innen vom Gemeindepflegedienst Nord und vom Förderverein für das Palliativzentrum vor. Außerdem nutzten Herr Krüger vom Johanniter-Hausnotruf und Herr Thiele von den Pflegehelden Göttingen die Gelegenheit, das Netzwerk kennenzulernen.

Zum Auftakt ging es beim „Speeddating light“ direkt miteinander ins Gespräch. Für jeweils fünf Minuten tauschten sich die Teilnehmenden zu den Fragen „Was sollte ich über Ihre Arbeit wissen, damit ich im richtigen Moment an Sie denke?“ und „Bei welcher Situation denken Sie manchmal: Dafür wäre es gut, das Netzwerk zu nutzen?“ aus. Das Format wurde hervorragend angenommen – die Zeit wurde vielfach als deutlich zu kurz empfunden und der Wunsch nach einer Wiederholung war groß.

In der anschließenden Gruppenphase arbeiteten die Teilnehmenden zu den Themen assistierter Suizid und Versorgung nicht-onkologischer Patient*innen. Besonders beim Thema assistierter Suizid wurde deutlich, wie unterschiedlich die Erfahrungen und Ausgangslagen im Berufsalltag sind. Manche Einrichtungen sind bereits intensiv mit dem Thema befasst und erarbeiten derzeit ihre eigene Haltung und Leitfäden, andere begegnen entsprechenden Situationen bisher nur vereinzelt oder noch gar nicht.

Gerade diese Unterschiede machten den Austausch besonders wertvoll. Erfahrungen konnten offen geteilt, Fragen gestellt und unterschiedliche Perspektiven miteinander ins Gespräch gebracht werden. Besonders sichtbar wurde dabei die große Bereitschaft im Netzwerk, eigene Erfahrungen und Expertise weiterzugeben, Kontakte herzustellen und sich gegenseitig zu unterstützen. Gewünscht wurden unter anderem kleinere Fortbildungsformate mit fachlichem Input und gleichzeitig ausreichend Raum für Austausch sowie regionale Ansprechpartner*innen.

In der zweiten Arbeitsgruppe „Versorgung nicht-onkologischer Patient*innen“ entstand ebenfalls ein lebendiger und praxisnaher Austausch. Im Mittelpunkt standen unter anderem die Frage, wie nicht-onkologische Patientinnen besser in die Strukturen der palliativen Versorgung eingebunden werden können und welche Zugänge zu Angeboten wie der SAPV bestehen bzw. wie SAPV (Spezialisierte Ambulanten Palliativversorgung) in Anspruch genommen werden kann. Dabei wurde deutlich, dass neben der Versorgung der Patientinnen auch die Unterstützung von Angehörigen eine wichtige Rolle spielt.

Besprochen wurden außerdem unterschiedliche Bedarfe und Herausforderungen im Versorgungsalltag – von ethischen Fragestellungen und komplexen Beratungsbedarfen, beispielsweise bei Demenz oder Entscheidungen zur Ernährung, bis hin zu Fragen der Zusammenarbeit und der vorhandenen Ressourcen und Strukturen. Auch die Ansprache von Hausärzt*innen und weiteren ambulanten Strukturen wurde als wichtiger Ansatzpunkt diskutiert. Die Gespräche zeigten einmal mehr, wie hilfreich es ist, unterschiedliche Perspektiven aus der Praxis zusammenzubringen: Wo bestehen bereits gute Wege und Kontakte? Wo gibt es noch Lücken oder Unsicherheiten? Und wie kann das Netzwerk dazu beitragen, dass Patient*innen und ihre Angehörigen die passende Unterstützung zur richtigen Zeit erhalten?

Die offene und ungezwungene Atmosphäre prägte den gesamten Abend. Es entstanden viele neue Gespräche, Verbindungen und konkrete Verabredungen – auch zwischen Netzwerkpartner*innen, die bisher wenig miteinander in Kontakt waren. Einige blieben noch lange nach dem offiziellen Ende im Austausch.

Besonders gefreut hat uns das abschließende Stimmungsbild: Alle Daumen gingen nach oben, verbunden mit dem klaren Wunsch, vergleichbare Formate künftig zu wiederholen.

Für uns als Netzwerkkoordination nehmen wir viele neue Eindrücke mit. Vor allem haben wir einen intensiveren Einblick in die Arbeitsrealität unserer Netzwerkpartnerinnen erhalten. Daran möchten wir anknüpfen und gemeinsam weiterdenken, welche regionalen Ansprechpartnerinnen hilfreich sein können, welche Austausch- und Fortbildungsformate gebraucht werden und wo weitere Verbindungen im Netzwerk entstehen können.

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